Endodontie - Wurzelbehandlung

Eine Wurzelbehandlung wird nötig, wenn die Pulpa entzündet oder infiziert ist. Ursachen dafür können eine tiefe Karies, wiederholte Füllungstherapien, Zahn/Wurzelrisse , tiefe Zahntaschen oder eine Verletzung bei einem Unfall sein.( Diagnose, Röntgen ) Zeichen für eine Pulpaentzündung sind Schmerz, Heiß+Kalt-Empfindlichkeit, Schwellung, Aufbissbeschwerden sein. Möglicherweise entsteht eine Pulpaschädigung aber ganz ohne Symptome.

Indikation Kontraindikation
  • Erhaltungswürdiger Zahn mit Pulpitis
  • Erhaltungswürdiger Zahn mit apikaler Parodontitis
  • Zahn, bei dem der Nerv (Pulpa) offen liegt
  • Schwere Allgemeinerkrankungen
  • Nicht erhaltungswürdige Zähne
  • Schlechte Prognose, z.B. stark gekrümmter Kanal
  • Desinteresse des Patienten an Zahnerhaltung

Die Wurzelbehandlung ist innerhalb der Zahnheilkunde wichtig, wenn es um die Frage "Zahnerhalt oder Zahnverlust" geht. Unterlassene Wurzelbehandlungen können zum Zahnverlust mit einer damit verbundenen Einschränkung der Lebensqualität und zu erheblichen Folgekosten führen. Zwar bringen "endodontische" Maßnahmen herkömmlicher Art kein unvertretbar hohes Risiko mit sich, allerdings sind die festgelegten Behandlungsrichtlinien nicht mehr mit dem aktuellen Kenntnisstand vereinbar. Zudem ist die statistische Erfolgswahrscheinlichkeit für die Behandlung nicht sehr gut (52% zu +95%).Zudem entspricht manche notwendige Wurzelbehandlung nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Gesetzgebers §§12,70 SGB V. Danach können Versicherte unwirtschaftliche Leistungen nicht beanspruchen. (einfache und schwierige Situation). Deswegen wird die Anwendung moderner Methoden der Wurzelkanalbehandlung aber auch extreme anatomische Besonderheiten der Zahnwurzeln eine private Abrechnung der gesamten Behandlung notwendig machen, so wie es in den Verträgen mit den Krankenkassen vorgesehen ist. Leistungen, die im Kassenkatalog nicht enthalten sind, können dagegen zusätzlich vereinbart werden, ohne dass deswegen die gesamte Behandlung - wie oben beschrieben - ausgegrenzt werden muss. z.b. elektrometrische Längenmessung, adhäsive Dentinversiegelung oder physikalische Aktivierung von Spülungen.

Vertragsleistung, wenn Privat zu vereinbaren, wenn

Klasse I (Klassifizierungen nach INGLE)

  • Gerade oder leicht gebogene Wurzel
  • Wurzelbildung abgeschlossen
  • Foramen geschlossen

WK bis Nähe Apex möglich:

  • Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe
  • Vermeidung einseitiger Freiendsituation
  • Erhalt von funktionstüchtigem ZE

Revision WF

  • Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe
  • Vermeidung einseitiger Freiendsituation
  • Erhalt von funktionstüchtigem ZE

WK/WF parodontal erkrankter Zähne

  • Lockerung 0 oder I

WK/WF bei apikaler Entzündung

WK/WF parodontal erkrankter Zähne

  • wenn Lockerung II oder III

WK/WF bei apikaler Entzündung

  • wenn fragliche Prognose

Klasse II

  • Stark gekrümmte Wurzel
  • Wurzelbildung abgeschlossen
  • oramen geschlossen
  • oder apikale Bifurkation
  • oder apikale Krümmung
  • oder akzessorische Kanäle
  • oder multiple Foramina

Klasse III

Klasse IV

Ablauf der Wurzelbehandlung

Wurzelbehandlung

Die Behandlung kann je nach Situation in einer oder in mehreren Sitzungen durchgeführt werden.
Zuerst wird der Zahn untersucht und Röntgenaufnahmen angefertigt, um eine korrekte Diagnose stellen zu können. Eventuell wird eine Anästhesie durchgeführt. Danach wird Kofferdam angelegt, ein Schutz, um die Umgebung und den Zahn zu isolieren und vor Speichel und Bakterien zu schützen.

Nun wird eine kleine Öffnung in den Zahn gemacht. Die Kanäle werden mit Hilfe des Dentalmikroskops lokalisiert und anschließend gereinigt.

Bei einer Revision wird zunächst das vorhandene Wurzelfüllmaterial und/ oder entsprechende Stifte entfernt. Nach der Säuberung und Erweiterung des Wurzelkanals wird dieser Hohlraum in der Wurzel des Zahnes mit gewebeverträglichem Wurzelfüllmaterial verschlossen und abgedichtet. Dazu wird meist Guttapercha und ein Sealer verwendet. Der Zugang zum Wurzelkanal wird dentinadhäsiv verschlossen und die definitive Restauration des Zahnes durchgeführt. Bei der Wurzelkanalbehandlung wird die bakterielle Infektion des Zahnes beseitigt, um die Entzündung zur Ausheilung zu bringen und der Zahn anschließend vor einer Neuinfektion geschützt und wieder in Funktion gebracht.

Definition Endodontologie

Endodontologie ist ein wissenschaftlicher Teilbereich der Zahnerhaltungskunde; befasst sich mit der Anatomie, Histologie und (Patho-)Physiologie der Pulpa sowie der die Pulpa umgebenden Hart- und Weichgewebe einschließlich des peri- und interradikulären Gewebes. Darüber hinaus stellt die Diagnostik odontogener Schmerzen sowie deren Therapie einen wesentlichen Bestandteil endodontischer Behandlungen dar; (traumatische) Verletzungen und Erkrankungen des peri- und interradikulären Gewebes gehören ebenfalls zum Behandlungsspektrum.

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Dipl.-Stom. Matthias Latuscynski
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